Ökotest in schlüpfrig

Wer kennt nicht Ökotest? Schon die Stiftung Warentest ist ja ein urdeutsches Gewächs. Immer schön von Ingenieuren (oder vom TÜV) nachprüfen lassen, ob auch alles hundertprozentig in Ordnung ist mit diesen bösen Konsumprodukten...Ist alles in allem aber immer aufschlußreiche Lektüre, denn wer wollte sich nicht immer schonmal bestätigen lassen, dass die Billigsonnencreme vom Discounter dem teuren Markenprodukt deutlich überlegen ist. Außerdem legt die Stiftung Warentest auch immer viel Wert auf subjektive Anwenderfeatures wie: Wie duftet das Produkt? Wie wirkt die Farbe? Wie leicht läßt sich die Creme verteilen? Liegt mir als völlig subjektivem Wesen natürlich sehr, diese Herangehensweise.
Doch dann kamen die bösen 80er Jahre. Und mit ihnen die bösen Ökos. Die fragten sich nun nicht mehr: Was kostet das Produkt und was finde ich daran super?. Die Leitfrage des "Kapitalismusistschlechtundmachtkrank"-Zeitalters lautete: Welche chemischen Inhaltsstoffe könnten vielleicht in irgendwelchen Nischenstudien bei Mäusen mal Krebs ausgelöst haben?
Und wupps! :Aus wissenschaftlich wackeligen Gründen und kulturpessimistischen Erwägungen heraus wurden dann plötzlich die künstlichen Farbstoffe aus meinen Gummibärchen entfernt. Und Esspapier hatte keine anständige Farbe mehr. Da hatten sie sichs endgültig mit mir verscherzt, diese Ökofritzen. Spaßbremsen!
Und genau diese Spaßbremsen von Ökotest haben sich jetzt daran gemacht -jawohl- Vibratoren zu testen. Natürlich nicht nach Effektivität, Ästhetik, Handhabung oder wenigstens Lautstärke. Nein, nein, Ökotest fandet nach Weichmachern, Farbstoffen und anderem Kram, der bei einem Vibrator nun wirklich niemanden interessiert. Und empfiehlt im Fazit die harten Stäbe, am besten aus Holz. Igitt.
Blöd nur, dass die Kundschaft auch weiterhin die weichen, bunten, sympathischen Modelle nachfragt, die aussehen wie Delfine oder Häschen. Es gibt Hoffnung in der Konsumwelt!

1 Comments:
na super, dese ökos sind aber auch überall...:-)
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