Sowieso und Irgendwo

Sonntag, August 20, 2006

Wunsiedler Merkwürdigkeiten



Musste mal wieder gegen Rechts demonstrieren. Diesmal zur Abwechslung ohne Rechts. Die NPD demonstrierte nämlich in München, Berlin und Jena, die Jusos zusammen mit Bürgerinitiativen für Toleranz in Wunsiedel. Auch schön.

Und ein wunderbares Beispiel für die unpolitische Eigenartigkeit solcher Graswurzel-Organisationen ist obiges Foto. Die Kreidebeschriftung auf der "Meile der Demokratie" stammt von der örtlichen Jugendinitiative gegen Rechts.

In gutem Glauben und sicherlich nur mit den besten Absichten zitieren sie da Heinz Galinski mit seiner Aussage über Demokratie: "Sie muss täglich erkämpft und verteidigt werden!"

Da haben sie recht die jungen Leute...Und man möchte anerkennend mit dem Kopf nicken. Wäre da nicht dieses unauffällige Schild rechts daneben auf dem steht: "Nicht Ihre Meinung? Dann schreiben Sie dazu!" Und daneben liegen einladend einige bunte Kreiden verteilt...

Schade, dass nur so wenige Nazis da waren, denen wäre bestimmt einiges zum Thema eingefallen :-)

3 Comments:

Blogger heigelix said...

In München war es auch ganz toll.
Nachdem die bösen 3/4 Autonomen (laut Verteilungsberechnung der Münchner Polizei) neben den Nazis hergelatscht sind und geplärrt haben, haben die Urbanauten ihren Stadtstrand unter das Motto "Strand gegen Rechts" gestellt und schlechten Gymnasiasten-Funk gespielt während 10 m weiter die Faschos ihre Abschlusskundgebung durchgeführt haben
Ich bin begeistert von der Zivilcourage und Entschlossenheit der bürgerlichen Kulturschaffenden.
Nazis einfach ignorieren und die AntifantInnen mit schlechter Musik terrorisieren.
Ein großartiges Konzept für eine harmonische Zukunft ohne Agression. Voll gut du!

12:26 PM  
Blogger Nicky said...

Was bitte ist denn "schlechter Gymnasiasten-Funk", Mr. Mod?
Funk ist aus Nazisicht zumindest mal Black Music und damit bäh. Deswegen schon irgendwie geeignet, um die Bagage zu ärgern...

8:54 PM  
Blogger heigelix said...

Das mit dem Ärgern stimmt ja theoretisch.
Aber nicht wenn die Herrenmenschen das gar nicht gscheit hören können wegen dem Geschrei drumrum.

sGF deswegen weil des net wirklich funky war. Eher so bemühte Texte auf deutsch ("ich groove besser als wie Du" und ähnliches) und die Musik war fad und hippiemäßig.

Mich hat eigentlich am meisten geärgert, dass man sich durch die ganze Stadt treiben lassen muss, riskiert dass man in der Ettstr. landet und am Ende der Route wirbt da ein kommerzieller Anbieter für sein 0,3l - 2,60 Euro Bier mit dem guten Gewissen.

Irgendwie halt kabarettreif.

11:39 PM  

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