Sowieso und Irgendwo

Dienstag, September 05, 2006

Hall of Fame des Leidens

Nach 4 krank im Bett verbrachten Tagen fühle ich mich hiermit in der Lage meine Rangliste der unangenehmsten alltäglichen Krankheiten aufzustellen:

3. Fieber
Von außen betrachtet eigentlich eine logische Sache: Körper befallen von Krankmachern? Krankmacher empfindlich gegen Hitze? Dann drehen wir doch einfach die Temperatur ein bißchen hoch, setzen uns in einen Liegestuhl und warten bis die Bösewichte das Zeitliche gesegnet haben...
Allerdings sind nicht nur Bakterien und Viren keine großen Fans von Körpertemperaturen über 37 Grad sondern auch menschliche Gehirnzellen reagieren unerfreut. Im minder schlimmen Fall wälzt man sich einfach nur schlaflos im Bett und weiß nicht recht ob man schwitzt oder friert. Im blödesten Fall sitzt man stundenlang zusammengekauert im Bad auf dem Boden und empfindet jedes Geräusch als Erdbeben Stärke 6. Halluzinationen sind was Feines. Deswegen bevorzuge ich auch ein Leben ohne Drogen.

2. Schnupfen
Ganze Industrien von Tempotaschenherstellern kümmern sich um Schnupfennasen. Tempos mit Balsam, Menthol oder wahlweise Comicfiguren sollen helfen, die Krankheit gut zu überstehen.
Und doch hilft, wenn es einen richtig erwischt hat, einfach nichts. Am Anfang schnieft man nur leise vor sich hin und spürt leises Kopfweh grollen. Dann beginnt die Nase zu laufen und der betroffene Mensch beginnt, Taschentücher zu benutzen. Soweit, so gut. Der Horror beginnt, wenn sich der untere Nasenrand und später dann auch gerne mal die Oberlippe blutig rot verfärben und in den Status des Wundbrandes eintreten. Dann bleibt nur die Wahl: Schmerzen oder Nasenloch verstopfen. Und an Schlaf ist nicht mehr zu denken.


1. Kotzen
Es gibt Frauen, die betreiben Kotzen ja quasi als Hobby. Das Phänomen Bulimie hat unzählige Anhängerinnen, die fürs komplett Hungern zu weicheiig sind, aber doch nicht so dick wie unsereiner Durchschnittsfrau werden wollen. Die Lösung: Finger in den Hals.
Und es gibt Momente im Kranksein, da schwant einem bereits Böses: Man liegt etwa am späten Donnerstagabend mit Kopfschmerz und Schnupfen im Bett, hat gerade eine Aspirin eingeworfen und wartet auf den wohlverdienten Gesundheitsschlaf. Doch stattdessen: Grummeln im Bauch. Umgedrehter Magen. Hitzewallungen. Erst leicht, dann stärker, dann unübersehbar.
Und man endet auf allen Vieren vor der Kloschüssel und hofft, es würde nachher besser werden. Details erspare ich. Nur soviel: Würgen, Galle, Schweißausbrüche, Magenkrämpfe, Hitzewallungen, Tränende Augen und Atemnot sind nicht vergnügungssteuerpflichtig. Vor allem nicht alle 30 Minuten, die ganze Nacht hindurch. Hinterher sah ich aus wie eine verquollene Version von Elvis in den späten Jahren. Und fühlte mich wie Elvis NACH dem letzten Bananen-Erdnußbutter-Sandwich.
Nach drei Tagen ohne Essen war übrigens alles wieder vorbei. Aber den Platz 1 auf der Liste der Widerlichkeiten hat dieses Symptom trotzdem erstmal sicher. Bis zur nächsten Krankheit.

2 Comments:

Blogger Nicky said...

meine haare sitzen auch beim kotzen stets perfekt :-) so der grunge look, total retro...

5:47 PM  
Blogger Nicky said...

...und die Godmother of RiotGrrrl Style weiß wovon sie spricht...

7:36 PM  

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