Shoppingwahn französisch
Nachdem ich per SMS schon unmißverständlich aufgefordert worden bin, mit Fotos vom Frankreich-Trip rauszurücken, muss ich mich natürlich fügen. Und weil ich erstens Leute gerne neidisch mache und zweitens der Pariser Schlußverkauf schon als Sehenswürdigkeit gelten muss, hier meine Ausbeute vom Soldes:

Bin ich ja bekannt für: Das Kaufen von unnützem Schnickschnack, der aber immer stylisch und nett ist. Meine Sammlung wurde erweitert durch: einen Kühlschrankmagneten in Form eines Comic-Hundes, einen "fuzzling bath cube" in fruchtiger Geruchsrichtung von Sephora, einen Schlüsselanhänger-Eiffelturm in den französischen Nationalfarben (es war ja erst 14. Juli), kleine schwarze Katzen zur Cocktaildekoration und ein Vinylaufkleber auf dem der Eiffelturm eine Art Anarchy-A formt. Muss ich mir noch überlegen, wo ich den hinklebe...
Bin ja ein großer Fan von Bon-Bon a gogo, der weitgereisten Stewardess im Sixties-Outfit. Ich habe ja bereits ein T-Shirt ergattert und ein ganzes Postkartenset. Was insofern bemerkenswert ist als die Herstellerfirma (dieselbe die Emily Strange herstellt übrigens) diesen liebenswerten Charakter vor einem Jahr einfach eingestellt hat, seufz. In Paris aber gibt`s noch thematisch passende Restposten zu erwerben wie dieses Briefset.
Paris ist eine hoffnungslos romantische Stadt in der sich im Stadtbild und auch im Erscheinungsbild kaum was zu verändern scheint. Eindrucksvoll belegt wird diese These in meinem neuen Bildband mit Parisfotos der letzten paar Jahrzehnte. Zwischen Cafeszenen 1946 und 1987 findet sich kaum ein Unterschied...Ich steh halt auf Retro.
Neben BonBon habe ich eine weitere Besessenheit entwickelt: Blythe Puppen. Nachdem ich letztes Jahr halb New York auf den Kopf gestellt habe, um eine dieser japanischen Freak-Puppen zu ergattern (und in einem Comicladen sogar erfolgreich war; mir aber 140 Dollar zuviel für eine Puppe waren), bin ich in Paris zumindest indirekt fündig geworden: Ein Bildband mit Blythe-Puppen-Modefotos.
Örtlichkeit: Virgin Megastore, Champs Elysee. Das altbekannte Problem in Virgin Megastores: Unglaublich riesiges Angebot, unübersichtlich angeordnet, viel zu wenige Anhörstationen und unverschämte Preise. Trotzdem konnte ich mich der Soul-Abteilung nicht entziehen. Die Ausbeute: The very best of Fontanella Bass (Die Interpretin von "Rescue me", einem der großartigsten Soul-Songs ever) und der Sampler Sixties Soul Sensation mit einer grandiosen Sechziger-Jahre Version von "Tainted Love".
Phoenix und Nouvelle Vague konnte ich gerade noch widerstehen.
Tres francais. Man gewöhnt sich recht schnell an die französische Art, Getränke in großen Perrier-Gläsern auszuschenken. Und es grenzt an ein Ding der Unmöglichkeit, diese Gläser in Deutschland aufzutreiben. Im Kaufhaus Printemps hingegen kein Problem.
Sephora ist eigentlich unverzichtbar. Egal ob frau sich in Frankreich, Italien oder den USA aufhält, diese hochwertige Parfümerie-Kette sorgt für Spass und Freude beim Testen von Kosmetika. Und die Hauslinie beinhaltet grandiose Duftlinien mit ungewöhnlichen Geruchsnoten. Ich hab zugegriffen bei den Parfüms "Vanille" und "Cocos". Wenn es also zukünftig nach Essen riecht, dann bin das nur ich und mein neues Duftwässerchen. Wann eröffnet eigentlich die erste deutsche Filiale? Oder soll ich mich weiterhin mit diesem fürchterlichen Douglas rumschlagen?
Tres francais Teil 2. Vanille-Duschgel von Le petit Marseillais. Bei uns schweineteuer, in Paris in jedem Supermarkt zu haben.
Manche Frauen haben ja einen Schuhtick. Kann ich überhaupt nicht verstehen. Nach spätestens zwei Tagen Städtereise fällt bei mir Schuhekaufen sowieso aus weil meine Füße ob der Strapazen um 2 Schuhgrößen angeschwollen sind. Mein Schuhtick heißt dann auch Handtaschentick. Das sieht so aus: Ich betrete einen Klamottenladen, festentschlossen ein schickes französisches Oberteil zu kaufen. Und womit verlasse ich den Laden? Mit einer neuen Handtasche. Ich kann da nix machen, das passiert ohne mein Zutun. Aber ist sie nicht hübsch, mein neues schwarz-weißes Baby? :-)
Und weils noch nicht genug war, lief mir natürlich noch ein weiteres Täschchen über den Weg. Und siehe da: In einer Größe in der ich bisher noch keine hatte. Da war ich wehrlos. Seufz.
Und zum grandiosen Abschluß habe ich noch richtig vom französischen Schlußverkauf profitiert: Dieser original bretonische Streifenpulli, der mir diesen Brigitte-Bardot-Appeal verleiht wie ich finde, mit echter Seide war 70 % Prozent reduziert. 70%!!! (Wie bei der Gilmore Girls Folge als Lorelai für Luke Einkaufen geht: "Dieser Gürtel war um 3 Trillionen Prozent reduziert! Ich konnte nicht widerstehen!") Ich hab also nur noch 17 Euro für das Ding gezahlt. Da muss man zugreifen. Auch wenns im Koffer echt eng wurde.

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