Two World Wars and one Cup!

Fußballirrsinn allerorten und jede Menge schwachsinnige Artikel, Produkte und vor allem Songs trampeln die letzten Tage auf meinen Nerven rum. Ich meine, WM finde ich per se schon super, aber muss sie unbedingt vor meiner Haustür stattfinden?
Anyway, nachdem sich dieses Ball-Großereignis wohl nicht mehr wirklicg verhindern läßt, beschäftigen wir uns doch mit den angenehmen Seiten: den englischen WM-Songs
In bester Erinnerung dürfte hierzu noch das grandiose "Three Lions" (Gröhlern auch bekannt unter dem Namen "Football`s coming home") von den Lightning Seeds und anderen. Auch wenn es, unter uns gesagt, ja eigentlich "nur" ein EM-Song war...
Nun strotzt der bevorstehende Wettbewerb ja nicht gerade vor musikalischen Glanzleistungen. Es gibt da zum einen dieses offizielle Fast-Instrumental mit dem etwas untreffenden Namen "Love Generation". Da haben wir gerade die Love-Parade erfolgreich zu Grabe getragen und dann das? Zumindest stört dieses Musikstück nicht beim Massenbesäufnis, es ist nämlich vom Format grandioser Fahrstuhlmucke.
Zweitens tanzt der von mir sehr verehrte Goleo seit kurzer Zeit in noch einem anderen Video zu durchaus beschwingten Klängen herum. "I wanna dance with somebody" oder so ist eine Coverversion eines Whitney Houston Klassikers aus dem 80er Jahre Kosmos. Ein Rätsel bleibt, warum ausgerechnet eine Ami-R`n B-Tante deren Namen mir entfallen ist dazu trällern muss. Und warum man im Video immer meint, gleich sprängen fünfzehn Cheerleader ins Bild.
Sportfreunde Stiller und ihr WM-Song "54, 74, 90, 2006" war denn auch bis heute mein Favorit im Wettbewerb um den erträglichsten Song. Aber den Gedanken, dass diese deutsche Gurkentruppe Weltmeister werden könnte, finde ich grundsätzlich eher bäh, weswegen ich diffuse Probleme mit der Message des Liedes habe.
Rettung naht, wie so oft in Stilfragen, von der Insel. In einem grandiosen Artikel des FM4-London-Korrespondenten Rotifer wird eigentlich darüber raisonniert, ob das exzessive Zeigen der englischen Flagge statt des Union Jacks anläßlich der WM nun politisch reaktionär oder doch irgendwie ok ist. Zum Hintergrund muss man wissen, dass die englische Flagge von der British National Party mindestens so gerne benutzt wird wie die Farben schwarz-weiß-rot von deutschen Nazis.
Auf jeden Fall kommt die Sprache auch auf einen WM-Song der von Graham Coxon (ja genau, der von Blur) und dem ehemaligen Sham 69 Sänger Jim Pursey aufgenommen worden ist. Die beiden haben einfach den Sham 69 Song "Hurry up Harry!" umgetextet zu "Hurry up England!". Und wie bei Punkrock so üblich, ist der Sound eingängig, mitgröhlbar und präzise auf den Punkt. Kurz: Ganz wunderbar. Geradezu großartig. Das Homemade-Video von irgendwelchen Radiomoderatoren läßt sich hier besichtigen, zu einer Kurzausgabe (voller Link bei Rotifer) der endgültigen, professionelleren Version gibt`s hier einen Link.
Ich empfehle: Beide anschauen und unbedingt auch den Artikel lesen, denn nur da wird erklärt, warum Sham 69 ok ist, auch wenn rechte englische Skins sie mal zu ihrer Lieblingsband erkoren haben. Und natürlich England und Wayne Ronney die Daumen drücken.

1 Comments:
sehr schön. bin sehr glücklich mit meiner england fraktion. zumal mir die andere seite neben der unsäglichen farbgebung (orange) auch durch gewisse beliebigkeit in der auswahl ihrer favoriten suspekt vorkommt...:-)
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