Alles eine Frage der Interpretation

Die Konservativen in den USA machen sich auf, auch die Meinungsführerschaft und die Deutungshoheit im Popkulturellen Bereich zu beanspruchen. In der Aktuellen Ausgabe des National Review stellt ein Reporter die Liste von 50 konservativen Rocksongs auf. Nach eigenwilligen Kriterien:
What makes a great conservative rock song? The lyrics must convey a conservative idea or sentiment, such as skepticism of government or support for traditional values.
Und wenn man nach diesem System vorgeht, dann kommst man auf ganz erstaunliche Resultate: (in Klammer die jeweiligen Begründungen des Autors) z.B.:
Platz 1: The Who: Won`t get fooled again (der Song aller desillusionierten Revolutionäre)
Platz 2: The Beatles: Taxman (gegen den ausplündernden Steuerstaat)
Platz 3: The Rolling Stones: Sympathy for the Devil (angeblich gegen moralische Weicheiigkeit oder so ähnlich)
Platz 4: Lynyrd Skynyrd: Sweet Home, Alabama (Weil angeblich alle Liberals den Bundesstaat Alabama hassen)
PLatz 5: The Beach Boys: Wouldn`t it be nice (Pro Hochzeit und pro Abstinenz)
Den Rest der 50er Liste kann der geneigte Leser in dem Original Artikel selbst nachlesen und sich dabei Gedanken zum Thema Konstruktion der Wirklichkeit machen. Nicht ganz so lustig aber auf Deutsch ein Welt-Bericht aus dem aktuellen Feuilleton zum Thema.
Und was George W. Bush auf seinem First-Ipod so gespeichert hat, kann man bei der BBC nachvollziehen. Ich weigere mich übrigens, diesem Menschen "My Sharona" von The Knack (der Song zur grandiosen Tankstellen-Tanz-Performance in "Reality Bites") kampflos zu überlassen. Den Rest seiner Mucke kann er meinetwegen behalten...

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