Nachtgestaltung Berlin
Ok, ich gebe zu, meine Planerfüllung in Sachen Nachtleben läßt etwas zu wünschen übrig. Es ist passiert, was mir immer bei Wochenenden in Berlin zu passieren scheint: Ich bin wieder nicht in den Locations und auf den Parties gelandet auf die ich eigentlich scharf war, sondern es endete mal wieder bei Brit-bzw. Indiepop.Aber von vorn:
Freitag: Eigentlicher Plan war, zum Berlin Beat Weekender in den Bassy Cowboy Club zu gehen. Oder als Ersatz wenigstens zum in der Nähe des Willy Brandt Haus gelegenen Privatclub wo laut Plan "60ies Soul, 70ies Funk und Disco" gespielt werden sollte, genau my cup of tea also. Aber es kommt anders als man denkt. Auf einen Tipp von Irene hin, einer zwecks Praktikum in Berlin wohnenden Genossin landete man zu Beginn des Abends in einer ominösen Hinterhofkneipe namens Clash die entgegen ihrem Namen den halben Abend AC/DC laufen liess, und versumpfte natürlich prompt dort. Dank einem monströsen Hawaii-Baguette mit Kräuterbutter und wegen der ebenfalls monströsen Berliner Temperaturverhältnisse blieb es dann für den ersten Abend für mich dabei.
Aber es gab ja noch den Samstag:
Überladen mit hochfliegenden Erwartungen meinerseits, begann gegen 21.00 Uhr der Karaoke Abend in Kims Karaoke Bar. Die großartige und umfangreiche Songliste liess die Vorfreude noch steigen.
In einem weiteren ominösen Kreuzberger Hinterhof fand sich dann auch besagte Bar und deren koreanische Besitzer. Das Mobiliar und die Getränkepreise sprachen im Übrigen für eine Vergangenheit als Animierschuppen. 3 Euro für 0,2 Cola ist nicht von schlechten Eltern selbst für Münchner Verhältnisse (und das bei 3 Euro Eintritt). Aber nachdem schon Franka Potente in der neuen InStyle verkündet, sie sei mit Freunden in einer Kreuzberger koreanischen Karaokebar gewesen, ist das wohl der Celebrity-Zuschlag :-)
Interessanterweise handelte es sich bei den angebotenen Versionen der Songs dann auch nicht um Originale sondern die Instrumentierung stammte wohl eher von einem zwangsrekrutierten asiatischen Orchester. Auch die "Videos" offenbarten komödiantisches Potential.
Ums kurz zu fassen kann man folgendes Fazit ziehen:
Ein Genosse ist bei der Performance von "Wonderwall" von Oasis in Ohnmacht gefallen und wir mussten Sanitäter rufen (es geht ihm aber wieder gut)
Simone hat mit Dirk mehr schlecht als recht einen deutschen Schlager performt, dessen Name mir entfallen ist (siehe Beweis-Foto unten)
Ich habe mit Martin noch viel schlechter als rechter "Stop in the Name of Love!" von den Supremes versucht.
Danach blieb uns nur noch die Flucht. Merke: Bei Karaoke erst drüber nachdenken, ob man auch in der Lage ist, die Strophe richtig zu singen, nicht nur den Refrain! Am besten immer Beatles Songs.

Dank Quirin, seines Zeichen nach Berlin geflohener Bayer, zog es uns dann noch in den berühmt berüchtigten Karrera Klub, der diesmal im Magnet Club sein Lager bezogen hatte. Und dank Quirins familiären Verquickungen kamen wir bei eisiger Kälte auch noch an der Warteschlange vorbei, umsonst und prompt ins Innere. Und was soll ich sagen: Die Leute waren echt jung, die Musik ok und der Club ist eh super (bis auf die Lage am Arsch der Welt bzw. des Prenzlauer Bergs).
Fazit: Meine Durchsetzungskraft läßt zu wünschen übrig! Und lustig wars trotzdem.

1 Comments:
Täusch dich mal nicht, nix ist momentan hipper als karaoke. Nur halt nicht in der Juso-Linken-Bierzelt-Version :-)
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