Sowieso und Irgendwo

Dienstag, März 07, 2006

Berlintrip für Berlinhasser



Es ist Hassliebe.

Mich und Berlin verbindet eine recht spezielle Beziehung. Ich liebe diese Stadt. Eigentlich. Aus der Ferne und genau bis 10 Minuten nach meiner Ankunft.
Spätestens dann habe ich wahlweise festgestellt, dass das Wetter berlinerisch grau ist und damit die Stadt unbegreiflich hässlich macht.
Oder ich bin auf die ersten Exemplare jener scheinbar nur in Berlin existenten Spezies von Schnorrern mit Hund gestoßen, die einen überall, aber auch überall finden (Sollte eine kräftige Erhöhung der Sozialhilfesätze dagegen helfen, bin ich sofort dafür, mal abgesehen davon, dass ich natürlich sowieso dafür bin :-)).
Oder ich habe einen echten Berliner getroffen, der seinen ihm eigenen Charme an mir auslässt. Oder wahlweise auch an einem anderen Umstehenden, die Berliner sind da nicht wählerisch. Angepampt wird, wer gerade verfügbar ist.
Meiner Laune ebenfalls nicht zuträglich: der Stadtteil Wedding (unglaublich depremierend), Retro-Kinderwagenschiebende Jungmütter und –väter mit plärrendem Nachwuchs und wichtigtuerische Politmafia.

Aber was soll man machen, Berlin hat eben auch großartige Seiten. Und nächstes Wochenende ist wieder mal Bundesumbauwochenende, die Juso-Veranstaltung mit dem bescheuertsten Namen ever.

Mein Plan sieht wie folgt aus:
  • Besuch des Fernsehturms am Alexanderplatz: Verzehr einer Kartoffelsuppe mit „Partywürschen“ im dazugehörigen Cafe. Dabei werde ich versuchen, durch die graue Wettersuppe vorm Fenster was zu erspähen.
  • Freitag Abend: Berlin Beat Explosion im Bassy mit einer Mod-Beat-Band aus Belgien.
  • Erstellen einer neuen Fotoreihe in einem alten 60er Jahre Passbildautomaten, der an der Ecke Torstr./Rosenthalerstr. sein Dasein fristet. Für nur 2 Euro gibt’s wunderbare 4 Fotos im verwaschenen RAF-Look.
  • Fast Food technisch muss eine ordentliche Portion Scharwama (es gibt ungefähr 10 verschiedene Schreibweisen, sorry) her, die arabische Variante von Döner, teilweise mit wunderbarer Mangosauce.
  • Läden, die außerdem mal in Augenschein genommen werden müssen: Das neue White Trash Fast Food und eine Pizzeria betrieben von italienischen Anarchisten in Kreuzberg (Il Casolare, Grimmstraße).
  • Und eigentlich wollte ich am Samstag unbedingt die erste Burlesque Show auf deutschem Boden "Bumps and Grind" bewundern. Aber ob ich mich da rein traue ist bisher eine ungelöste Frage. Zumal vorher Karaoke für die Teilnehmer des Umbauwochenendes angesagt ist und ich mich nur schwer von öffentlich vorgeführter Peinlichkeit losreißen kann, sagt die Erfahrung.

We`ll see.

2 Comments:

Blogger Nicky said...

Liebe Betty Hollunder,
ob in der Mangosauce in Berlin wirklich Mango ist, halte ich für noch nicht abschließend geklärt. So FastFoodLäden müssen schließlich auch irgendwo sparen. Im Übrigen bewege ich mich ja immer noch im Bereich des Fast Food, falls dich das beruhigt.
Lieber Alpine Partisan,
ich darf nicht fliegen, seufz.

2:49 AM  
Blogger The Haarbüschel said...

Warum für die Burlesque-Show nicht gleich in den Tabou Tiki Room gehen? Ist es die beste Bar in Berlin. Und das gibt's da schon seit über einem Jahr.

11:43 AM  

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