Votings "verkehrte Welt"
Meine Fernsehtrashsucht hat mich dazu getrieben, mir den Bundesvisionsongcontest reinzuziehen. Ja, ich weiß, Stefan Raab ist eh scheiße und so weiter und so fort, aber ich hatte mich nunmal festgehört am bayerischen Beitrag (TipTop von Tiptop; gäbe übrigens einen grandiosen Song zur WM ab, wenn man mich fragt). Anyway, die Musikdarbietungen waren durchwachsen, aber durchaus mit versteckten Perlen versehen.
Nette Songs, die ich gerne öfter hören würde:
- bereits erwähntes Tiptop von Tiptop (Bayern)
- immer gerne Ding von Seeed (Berlin)
- Popsong von Die Raketen (Sachsen)
Songs, die ich mag, obwohl ich mich nach Kräften dagegen wehre:
- Mein Job von Massive Töne (BaWü); blöder Text, netter Beat
- Freunde bleiben von Revolverheld (Bremen); eher langweilige Mucke, aber treffender Trennungstext, den man spätestens in ebensolchen Situationen zu schätzen weiß
Absolut indiskutabel:
- Was immer du willst von Marlon (Niedersachsen); Promotext: "Bereits als 15-Jähriger sang er mit Nena, Udo Lindenberg und Peter Maffay den Titel "Lieber Gott" und sammelte damit Geld für die Opfer der Flutkatastophe in Deutschland. " Toll, das sagt doch alles, oder?
- Liam von In Extremo (Thüringen; man beachte das Blog-Titelfoto); und ich hatte gedacht die Mischung aus Keltengesängen, Mittelaltermusik und Heavy Metal sei außerhalb gewisser Ecken Frankens ausgestorben. Böser Irrtum! Aber andererseits ist Thüringen wohl kulturell doch mit Oberfranken vergleichbar.
Und nun sass ich da in Vorfreude auf den Zweikampf zwischen Tiptop und Seeed und wartete auf das Voting (ich ging immer noch davon aus, dass die Qualität der Musiktitel irgendwas mit dem Ausgang des Wettbewerbs zu tun haben müßte). Aber falsch gedacht, denn der Zweikampf lautete Seeed gegen In Extremo. Und auch Teenager Marlon schaffte es mit Schlagergesang noch ins obere Mittelfeld. Wenn das mal nicht Bände spricht über Deutschland, die Leitkulturfrage und die Einführung von Deutschquoten im Radio.
Dass es allerdings in Amiland nicht unbedingt gerechter zugeht in Sachen Preisverleihungen zeigten im Anschluß die Grammy-Verleihungen und die absurde Häufung von Awards auf dem Konto von...U2. Ja genau, das ist das musikalische Anhängsel von Bono-Ich-rette-die-Welt-und-umarme-Angie-Merkel. Hatte garnicht bemerkt, dass die dieses Jahr ein Album fabriziert haben. Aber vielleicht muss man das Ganze ja nur als neuerlichen politischen Aufstand des Showbiz gegen Bush junior werten. Das wäre die mir sympathischste Lösung.
Und versöhnlich stimmt mich auch, dass der Auftritt von Altmeisterin Madonna gemeinsam mit den Gorillaz und De la Soul wirklich sehenswert war.

0 Comments:
Kommentar veröffentlichen
<< Home